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Redebeitrag auf der Klimastreik-Demo am 24.09.2021

Hier findet ihr den Redebeitrag von Solidarisch in Gröpelingen auf der Klimastreik Demonstration. Sowohl als Text als auch als Audio-Aufnahme. Viel Spaß !!

Und hier als Text:

Hallo alle,

wir sind von der Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen – eine politische und soziale Stadtteilorganisation, in der sich Menschen organisieren, um sich gemeinsam gegen Probleme auf der Arbeit, mit dem Jobcenter, Vermieter*innen, der Ausländerbehörder etc. zu wehren und für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen. Als wir von Solidarisch in Gröpelingen eingeladen wurden, bei dieser Demo zu sprechen, kam die Frage auf, wie das, was wir in Gröpelingen machen mit dem Kampf gegen den Klimawandel zusammenhängt.

Uns ist klar, eine Überwindung der herrschenden Verhältnisse braucht die Verbindung verschiedener Kämpfe. Daher werden wir heute über den Zusammenhang unserer lokale Basisarbeit in Gröpelingen mit den weltweiten Kämpfen gegen den Klimawandel sprechen.

Es ist naiv zu glauben, dass die Staaten und wirtschaftlichen Mächte auf der Welt wirkliche Lösungen gegen den Klimawandel entwickeln. Kurz gesagt: Kapitalismus und das Leben auf der Erde stehen in absolutem Widerspruch zueinander!

Um das Leben auf dem Planeten zu retten dürfen wir nicht länger auf die Regierungen hoffen, sondern müssen eigene Lösungen schaffen. Eine Politik von oben, die Politik der Regierungen kapitalistischer Nationalstaaten, ist die Grundlage des Problems und nicht Teil der Lösung. Wir bauen daher auf eine Politik von unten. Eine antikapitalistische Politik, die von den Menschen an der Basis organisiert wird.

Mit unserer Arbeit im Stadtteil wollen wir mehr als bloße Verbesserungen für unsere Nachbarschaft erstreiten. Mit Solidarisch in Gröpelingen wollen wir eine Bewegung aufbauen, in der verschiedene Stadtteil- oder Basisgruppen eine Organisierung und eine Kraft von unten schaffen, die in der Lage sind, die bestehenden Machtverhältnisse in Frage zu stellen.

Wir müssen eine gesamtgesellschaftliche Kraft sein!

Die individuellen Probleme der Menschen im Stadtteil sind Ausdruck allgemeiner, gesellschaftlicher Probleme. Daher müssen wir ihnen auch mit einer gesamtgesellschaftlichen Kraft begegnen. Das gleiche gilt für den Klimawandel!

Unsere Begegnungen mit den Menschen in Gröpelingen zeigen uns immer wieder, dass die Mechanismen der Unterdrückungen ineinander greifen und gemeinsame Grundlagen haben. Rassismus zum Beispiel ist eng verwoben mit Klassenunterdrückung. Genauso ist er verwoben mit der kolonialen Geschichte und den imperialistischen Strukturen, die die Nationalstaaten noch immer betreiben. Jedes kleine, lokale und scheinbar einfache Problem befindet sich in einem Gefüge von globalen Machtverhältnissen und deren historischem Verlauf. Vorteile und Privilegien von einigen beruhen auf Unterdrückung der anderen. So hängen die lokale und die globale Ebene zusammen.

Nur die Staaten aufzufordern und zu erwarten, dass sie sich für Betroffene von Ausbeutung und gegen die Folgen des Klimawandels einsetzen, wird nicht die Veränderung bringen, die wir brauchen. Eine Politik gegen den Klimawandel muss das gesamte System konfrontieren, das System, das Gewinnmaximierung über das menschliche Leben stellt!

Kapitalismus und Klimawandel und Ausbeutungsformen wie Patriarchat, Rassismus und weitere hängen unvermeidlich zusammen!

Wir brauchen eine globale ökologische Bewegung!

Daher brauchen wir eine globale ökologische Bewegung! Eine organisierte Bewegung derjenigen, die von den Auswirkungen des Kapitalismus – und Klimawandel ist eine davon – am meisten betroffen sind. Denn diejenigen, die von der bestehenden Ordnung profitieren, werden nicht auf unserer Seite sein.

Wir brauchen eine Bewegung, die sich gegen staatliche Vorgaben, nationale Grenzen und die Logik des Kapitals durchsetzt! Auch und gerade in den kapitalistischen Zentren, also auch in der BRD, müssen wir diese Bewegung von unten aufbauen! Denn hier ist die ökonomische und politische Basis, die für Unterdrückung und Ausbeutung der Länder des globalen Südens mit verantwortlich ist.

Deswegen sagen wir:

Lasst uns den Kampf internationalisieren,

lasst uns die Hoffnung internationalisieren!

Von unten, nach links!

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