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Von unten die Welt verändern: Die Bewegung der landlosen Arbeiter:innen in Brasilien (MST) schickt Grüße an Solidarisch in Gröpelingen

Eine Veränderung der Verhältnisse ist überall da nötig, wo kapitalistische und patriarchiale Zustände uns unserer Lebensgrundlagen berauben. Der MST in Brasilien ist für uns Beispiel für eine langfristige politische Praxis, die widerständig, kämpferisch und lebendig für ein besseres Morgen streitet. Hier mehr dazu:

Wir organisieren uns in Gröpelingen nicht nur, um unsere alltäglichen Probleme zu lösen. Um die Krisen zu überwinden, vor denen wir als Menschheit aktuell stehen, braucht es eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft. Diese Veränderung kann unserer Meinung nach nur von einer Bewegung von unten ausgehen. Deshalb glauben wir, dass es notwendig ist, in allen Städten und Stadtteilen Basisorganisationen aufzubauen, in denen Menschen sich aktiv beteiligen, sich kollektiv organisieren, gemeinsam für eine Veränderung kämpfen und sich dabei zusammen entwickeln.

Ein Vorbild für uns ist die Bewegung der landlosen Arbeiter:innen (MST) in Brasilien. Die MST ist in den 80er Jahren in Brasilien entstanden. Ausgangspunkt war und ist die extrem ungleiche Verteilung von Land in Brasilien, wo 10 % der Bevölkerung fast 80 % des Bodens besitzen. Viele Kleinbäuer:innen verloren zudem in den letzten Jahrzehnten ihre Existenz durch die Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft.

Die MST begann deshalb damit, landlose Arbeiter:innen zu organisieren und gemeinsam brach liegendes Land zu besetzen und kollektive Landwirtschaft zu betreiben. Bis Ende der 1990er Jahre konnten sich ca. 350.000 Familien durch die Organisierung im MST Land erkämpfen – bei geschätzten 4,5 Millionen landlosen Familien.

Aber der MST geht es nicht nur darum, dass landlose Arbeiter:innen wieder Land und andere Grundrechte haben. Die Bewegung machte von Beginn an klar, dass sie für weitreichende politische Forderungen wie eine Agrarreform aber auch eine grundlegende Gesellschaftsveränderung eintritt.

Die eigene Organisation versteht die MST als Lernfeld für eine zukünftige Gesellschaft. Es geht darum im gemeinsamen Kampf für die eigenen Rechte zu lernen, wie man sich kollektiv organisiert und was es für eine andere Gesellschaft braucht. Inzwischen betreibt die MST über 3000 eigene Schulen, in denen sich Arbeiter:innen bilden und u.a. auch über die Geschichte von widerständigen Bewegungen lernen. In dem gemeinsamen Lernprozess geht es auch darum, sich mit Rassismus, Unterdrückung von Frauen oder Homophobie innerhalb der Besetzungen auseinander zu setzen und eine solidarische Kultur aufzubauen.

Umso mehr freuen wir uns, über die solidarischen Grüße der MST. Sie schreiben: «Für unsere Genoss:innen von Solidarisch in Gröpelingen Kraft und revolutionäre Überzeugung beim Aufbau einer Stadtteilbasisbewegung in Deutschland und Europa.»

Aktuell beteiligt sich die MST an den Protesten und Kämpfen gegen den faschistischen Präsidenten Bolsonaro, der mit seiner ultra-neoliberalen Militärregierung den Hunger zurück nach Brasilien gebracht hat. Eine der Aktivitäten der MST ist deshalb momentan, Essen zu organisieren und an arme Familien zu verteilen. Zuletzt wurden in Maceió von der Jugend der MST über 20 Tonnen Lebensmittel gesammelt und an Familien ausgeteilt, die durch die Folgen der Umweltzerstörung des Konzerns Braskem ihre Häuser verloren. Der Konzern hatte über Jahrzehnte Steinsalz abgebaut und mithilfe der korrupten Politiker alle Umweltrichtlinien umgangen. Die Folge war, dass vier Stadtviertel von Maceió unbewohnbar wurden und tausende Familien obdachlos.

Wir schicken solidarische Grüße zurück an die mutigen Freund:innen der MST, die sich dort organisieren und für eine bessere Welt kämpfen!

#vonunten #nachlinks

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